Livestream - a new Red Balloon projekt by Joey Schmidt-Muller


"Livestream" is after the "Vogel Gryff Affair" 2014, Joey Schmidt-Muller's fourth and so far largest Red Balloon project and takes like the video installation "Heart-Beat", direct reference to the work area of the company Osypka.

It's about different ways to imagine reality. The challenge, by the immediacy of the view, to create symbolized images of our time, demanded to omit all extraneous things and offered a space for the projection of their own fantasies.
My intention was and is not to fundamentally change the materials used, ie not to sacrifice an artistic concept, but rather to allow it to work through the material's own choice, ie to perceive it as an artistic oeuvre and to use the symbolic power of the material to retrieve an overall iconography.

 

“Livestream“ ist nach der “Vogel Gryff Affair“ 2014, Joey Schmidt-Muller's viertes und bisher größtes Red Balloon Projekt und nimmt wie die Videoinstallation “Heart-Beat“, direkten Bezug auf das Arbeitsgebiet der Firma Osypka.

Phase I - A huge 30m bloodstream, created in an 750m2 empty hall with red balloons, which squeezes through a narrow door

Phase II - the destruction

The Red Balloon Installation - Livestream 2015

During a visit, when I saw an empty hall in the industrial district in Rheinfelden-Herten, DE, the idea was born of creating a life-line as a temporary work of art with red balloons and thus a direct connection to the company and its field of activity manufacture.

 

Die Idee: Bei der Besichtigung einer leeren Halle im Industrieviertel in Rheinfelden-Herten, der im medizinischen Bereich tätigen Firma Osypka AG, wurde die Idee geboren, mit roten Luftballons eine Lebensader als temporäres Kunstwerk zu kreieren und damit einen direkten Bezug zum Unternehmen und ihrem Betätigungsfeld herzustellen.

 

Die Vorgeschichte: 1958 sah ich zum ersten Mal den französischen Kult-Film “Ballon Rouge“. Die Geschichte des kleinen Pascal und dem roten Ballon blieb seither als Schlüsselerlebnis in meiner Erinnerung.

Der Inhalt ist schnell erzählt. Der kleine Pascal freut sich, als er einen roten Luftballon findet, doch seine Mutter möchte nicht, dass Pascal sein Spielgerät behält. Das interessiert den Ballon überhaupt nicht. Er entscheidet sich bei Pascal zu bleiben. Egal was für Maßnahmen auch durchgeführt werden, der Ballon bleibt immer in der Nähe von Pascal. Das führt zu einigen Konflikten, da Pascals Umgebung irritiert auf den roten Ballon reagiert. In der Schule, der Kirche oder an anderen Orten sieht sich der kleine Junge zunehmendem Ärger ausgesetzt. Außerdem gönnen seine Klassenkameraden ihm den mysteriösen Ballon nicht. Pascal versucht den roten Ballon gegenüber Angriffen zu beschützen. Das ist nicht so einfach....

 

Die Überlegung: Die Farbe Rot erweist sich als ein nahezu grenzenloses Thema. Ihre Verwendung lässt sich seit den frühesten Spuren menschlicher Existenz nachweisen und kommt in fast allen Kulturen vor. Die Farbempfindung ist eine allgemeinverständliche visuelle Empfindungssprache ohne Worte. Jeder Mensch reagiert darauf mit einem eigenen Gefühl von aufregender Ablehnung oder erregender Bejahung. Wie Musik verfügt die Farbe eine expressive Art der Kommunikation. Rot steht für zentrale Bereiche menschlicher Existenz, für das Leben wie für den Tod, symbolisiert einen Grossteil menschlicher Emotionen, die Liebe, die Leidenschaft, Erotik, Scham, die Wut und den Zorn, ebenso wie die Gefahr. Wo Rot seine höchste Intensität erreicht, ist es die lauteste und kraftvollste aller Farben.

 

Das Ergebnis: Es geht um verschiedenartige Möglichkeiten sich die Realität vorzustellen. Die Herausforderung, durch die Unmittelbarkeit der Ansicht, symbolisierte Abbilder unserer Zeit zu schaffen, verlangte alles Nebensächliche wegzulassen und bot dafür einen Freiraum für die Projektion eigener Fantasien.

Meine Absicht war und ist, die dazu verwendeten Materialien nicht grundlegend zu verändern, also nicht einem künstlerischen Konzept zu opfern, sondern umgekehrt durch die eigenwärtige Materialwahl wirken zu lassen, also als künstlerisches Gesamtwerk wahrzunehmen und durch die Symbolkraft des Materials eine gesamte Realität umfassende Ikonographie abzurufen.

 

Text © Joey Schmidt-Muller



Text © Joey Schmidt-Muller